5 Fragen an Musik

Interview: Ska-Band ESKALATION starten in Bamberg mit Release-Konzert

Interview: Ska-Band ESKALATION starten in Bamberg mit Release-Konzert

Die junge Ska-Band ESKALATION aus der Region Mittelfranken hat ein neues Album veröffentlicht. Zu diesem Anlass spielen sie am 21. April im Live-Club Bamberg das Release-Konzert. Im letzten Jahr entstand die Single Degeneration, die die Band in Eigenregie veröffentlichte. Nach einigen Anfragen bei verschiedensten Labels und Plattenfirmen kam die Band bei dem Label Uncle M Music (Anti Flag, Apologies, I have None, Blackout Problems) unter Vertrag.

Bamigo hat sich mit dem Schlagzeuger David getroffen, um sich auf die Vorfreude zu diesem Konzert und dem neuen Album einstimmen zu lassen.

Seit einigen Wochen ist euer neues Album 360° veröffentlicht, das ihr in den Weltraumstudios professionell produziert habt. Was war eure Idee hinter dem Album?

Die Idee war, den Ska-Punk zu belassen, mit dem wir bisher schon erfolgreich waren und diesen möglichst klischeefrei zu gestalten. Ska-Musik ist zwar Musik, bei der das Publikum abgeht. Trotzdem fassen viele diese Musik nur mit den Fingerspitzen an. Denn viele Bands klingen sehr ähnlich. Wir wollten versuchen, den Sound aufzubrechen und andere Einflüsse einspielen zu lassen. Deshalb haben wir viel mit Synthesizern, Dum’n’Bass und elektronischen Elementen experimentiert. So entstand zum Beispiel ein Song, bei dem man den Dubstep ins Gesäß getreten bekommt. Wir finden es genial, unvermittelte Sachen zu machen und die Leute so vor den Kopf zu stoßen. So haben wir versucht, unseren eigenen Stil zu finden, damit wir nicht eine unter vielen Ska-Bands sind, die auch noch ‚Ska‘ im Namen haben. Wir wollen aus den typischen Klischee behafteten Ska-Bands herausstechen.

Interview: Ska-Band ESKALATION starten in Bamberg mit Release-Konzert

Ihr hebt euch nicht nur musikalisch aus der Masse hervor, sondern auch textlich. Wovon handeln eure Texte?

Wir begreifen uns als politische Band – eine Band mit Aussage. Dabei versuchen wir unsere Argumente mit Witz und Humor zu verpacken und so auf Missstände aufmerksam zu machen. Wie zum Beispiel unsere aktuelle Single „Bau dir deine Wahrheit“, die sehr sarkastisch das Thema Verschwörungstheorien aufbereitet. Wir überspitzen dabei verschiedene Theorien und zeigen auf, dass sie ins Leere laufen. Dabei versuchen wir das Moralisieren sein zu lassen. Denn es ist viel sinnvoller, die Menschen durch Musik und politischen Aktionen zu begeistern, statt wie bei anderen Punkbands den Leuten nur eine Parole ins Gesicht zu schreien. Wir beschäftigen uns aber auch mit anderen Themen. Wie mit dem Song „Wandler“, in dem wir ein Bild über das Reisen, das Fernweh und die Unendlichkeit der Welt schaffen. In dem Song beschreiben wir was man alles auf der Welt entdecken kann, wenn man sie erkundet. Dabei kommt es letzten Endes darauf an, wen man trifft und welche Erinnerungen man mitnimmt.

Ihr habt in der Laufbahn eurer Bandgeschichte schon auf dem Chiemsee Reggae Summer 2013, dem Backstage in München und dem Open Air am Berg in Eichstätt gespielt. Wie würdet ihr eure Konzerte beschreiben?

Letzten Endes versuchen wir alles heraus zu ballern, was geht. Dabei achten wir darauf, dass der Spannungsbogen für das Publikum gespannt wird und eine gute Abwechslung zwischen tanzbaren und nachdenklichen Songs entsteht. Unser Anspruch an eine gute Show ist: eine Show muss dem Zuschauer was bieten, das nicht nur den Preis rechtfertigt, sondern das Publikum soll nach Hause gehen mit dem Gefühl, jedem davon erzählen zu müssen, wie geil das war. Der Affe auf der Bühne ist dabei unser kleines Erkennungsmerkmal.

Euch gibt es jetzt schon seit 2008. Was war in dieser Zeit das Highlight eurer Shows?

Das absolute Highlight war für uns der Auftritt 2013 beim damaligen Chiemsee Reggea Summer vor über 3000 Besuchern. Das war eines unserer bisher unübertroffenen Konzerthighlights. Es ist aber auch das Auf-Tour-sein ist ein „Dauerhighlight“. Man fährt weg, lässt den Alltag hinter sich und sitzt mit acht Leuten im Bus, mit denen der Spaß erst anfängt. Wir labern eben nur Schwachsinn. Man kommt auf Tour aber auch in Städte, von denen man nie gedacht hätte, dass man dort mal hinkommt. Und dann ist es besonders cool, dort neue Leute kennen zu lernen, die ein autonomes Jugendzentrum eröffnen oder ein Festival veranstalten.

Würdet ihr euch als Bamberger Band bezeichnen?

Wir sehen uns eigentlich als Nürnberger Band, wobei Bamberg unsere größte Heimat ist, in der wir am häufigsten gespielt haben. Wir haben im Sound-n-Arts oft gespielt und hier unser erstes Musikvideo gedreht. 2010 hatte uns das Sound-n-Arts schon spielen lassen, als wir noch eine junge Band waren und nicht mal alt genug waren um nachts in einen Club zu gehen. Mit Bamberg verbinden wir auch unseren Auftrifft auf dem „Blues & Jazz Festival“. Also wir bezeichnen Bamberg als einen unserer Heimathafen.

Interview: Ska-Band ESKALATION starten in Bamberg mit Release-Konzert

Was werden die Bamberger im Live-Club am 21.April, erwarten können.

Wir zerlegen den Live Club nach allen Regeln der Kunst. Seit drei Monaten haben wir nicht mehr live gespielt. Wir fühlen uns schon alle wie auf Entzug. Darum freuen wir uns riesig auf den Abend. Es ist alles sehr frisch. Wir als Band sind von der langen Pause erholt und haben ein neues Programm am Start. Es wird die komplette rohe Energie losgelassen. Denn jetzt fängt die Tour an und wir haben mega Bock.

Frei nach dem Motto: „ESKALATION treten dir schneller in den Arsch, als du ‚Menschenaffe‘ sagen kannst“ (Pressetext 2017)! Freue ich mich schon auf den Abend.

Wenn ihr neugierig seid kommt doch vorbei:

…oder hört hier herein:

Über den Autor

Karsten Babucke

Karsten Babucke

Karsten B. studiert Soziologie im Schwerpunkt Internet und Kommunikation. Dabei interessiert er sich für die gesellschaftlichen Veränderungen die die sozialen Netzwerke mit sich bringen, junge Musikgruppen, kulturelle Ereignisse und die Geschichte der Bamberger Stadt.