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Apfelweibla: Ein Bamberger Türknopf erobert die Welt

Apfelweibla: Ein Bamberger Türknopf erobert die Welt

Wer in Bamberg Urlaub macht oder in der fränkischen Domstadt lebt, der kommt um E. T. A. Hoffmann nicht herum. Als berühmter Schriftsteller und Musiker der Romantik ist Hoffmann Namensgeber mehrerer öffentlicher Einrichtungen – und machte außerdem einen Bamberger Türknopf weltbekannt.

E. T. A. Hoffmann: Zwischenstopp in Bamberg

Der goldne Topf gilt mit Abstand zu den bekanntesten Werken E. T. A. Hoffmanns und kaum ein Bamberger Schüler kennt es nicht. Oder nicht zumindest vom Hörensagen. Kein Wunder, schließlich machte Ernst Theodor Amadeus Hoffmann auch in der fränkischen Sieben-Hügel-Stadt eine 2-jährige Zwischenstation. Hoffmann, der sich seinen dritten Namen in Anlehnung an Mozart einfach selbst gab, kam im Jahr 1808 nach Bamberg. Die Lektüre mindestens eines der Werke Hoffmanns ist für Schüler und Studenten vor Ort also fast eine Pflicht.

Kleine Kostprobe gefällig?

„Da stand er und schaute den großen schönen bronzenen Türklopfer an; aber als er nun auf den letzten die Luft mit mächtigem Klange durchbebenden Schlag der Turmuhr an der Kreuzkirche den Türklopfer ergreifen wollte, da verzog sich das metallene Gesicht im ekelhaften Spiel blauglühender Lichtblicke zum grinsenden Lächeln. Ach! es war ja das Äpfelweib vom Schwarzen Tor!“ (Quelle: Projekt Gutenberg Der goldne Topf Zweite Vigilie)

Apfelweibla: Ein Bamberger Türknopf erobert die Welt

Das Apfelweib oder auf gut Bambergerisch Apfelweibla

Zugegebenermaßen handelt es sich beim goldnen Topf nicht unbedingt um seichte Lektüre, wie sie im Wartezimmer beim Arzt zu finden ist. Ein näherer Blick auf den Text lohnt sich aber, denn Hoffmann holte sich dafür Inspiration in Bamberg. Genauer am Haus mit der Adresse Eisgrube 14.

Während seiner Bamberger Zeit als Kapellmeister (die übrigens nicht sehr erfolgreich war) besuchte Hoffmann des Öfteren seinen Freund Carl Friedrich Kunz. Dieser wohnte in dem besagten Haus an der Eisgrube 14, das auch heute noch die Bamberger Altstadt mit seiner rosa Fassade bereichert. Die schwere Türe des Hauses war mit einem Türknopf aus Messing versehen. Auch im Jahr 2017 lacht das bronzefarbene Frauengesicht noch immer von der Türe: Das Apfelweibla.

Das Apfelweibla: Der Messingknopf an der Eisgrube 14

Das Aussehen des Türknopfes blieb gleich, nur eines hat sich seit dem 19. Jahrhundert geändert. Mittlerweile hängt nicht mehr das originale Apfelweibla an der Tür, sondern eine detailgetreue Nachbildung. Das „echte“ Apfelweib, also der Türknopf, den bereits E. T. A. Hoffmann zu Gesicht bekam, befindet sich im historischen Museum am Bamberger Domplatz.

Durch E. T. A. Hoffmanns Werk hat der Türknopf deutschlandweite, wenn nicht sogar internationale Bekanntheit erlangt. Neben dem berühmten Bamberger Reiter gilt auch das Apfelweibla als touristische Attraktion. Wer von dem Antlitz der Apfelfrau nicht genug bekommen kann, der hat nun auch die Möglichkeit, sich das Gesicht einfach nachzubacken. Bon Appetit!

 

Fotos: Brigitte Fink (facebook: „Street Art in Germany“)/Torsten Goldhahn (Instagram)

Über den Autor

Johanna Wirsing

Johanna Wirsing

Belgien, Frankreich, Irland - und doch wieder zurück in die Wahlheimat Bamberg. Johanna Wirsing mag neben dem ganz besonderen Flair in der fränkischen 7-Hügel-Stadt auch Kickboxen, lange Spaziergänge mit Hund und Bücher aller Art.